Tolle Zeiten...


Im Mai 2014 

 

Wir leben in einer der tollsten Zeiten, die dieser Planet je gesehen hat!

 

Jeder Mensch, der in diesem Jahr seinen 14. Geburtstag feiert, kann von sich sagen, ein "Millenniumsspringer" zu sein. Dieses besondere biografische Element wird in den nächsten 1000 Jahren kein anderer Mensch mehr aufweisen können.

 

Menschen, die in 500 oder 700 Jahren geboren werden, werden jeden Fetzen Papier aus unserer Zeit verschlingen, weil sie aus erster Quelle wissen wollen, wie es war, zu Beginn des dritten Jahrtausends 60 oder 70 Liter eines Erdöl-Destillats in unsere Autos zu kippen und es im Inneren des Motors zum Explodieren zu bringen, um mit lediglich 10 Prozent der dabei gewonnenen Energie die eigene Fortbewegung zu generieren. Selbst unsere eigenen Enkel werden sich in 30 oder 40 Jahren schon köstlich amüsieren, wenn wir ihnen erzählen, dass wir unsere Mobiltelefone noch mit den Fingern bedient haben.

 

Wir erleben gerade einen technischen und kulturellen Wandel von so ungeheurem Ausmaß, daß er bis in den letzten Winkel unseres Planeten hineinwirkt. Überdies läuft dieser Wandel mit einer so hohen Geschwindigkeit ab, daß selbst die industrielle Revolution mit Dampfmaschine und Co. vor Neid erblasst.

 

Was wir Menschen irrtümlicherweise als "Soddom-und-Gommorrha"-Stimmung wahrnehmen, dieses Weltchaos, das unseren Planeten gefühlt aus den Angeln hebt, ist tatsächlich nichts anderes, als pure "Kreativität auf der Suche nach einer neuen Form!"

 

Also kein Grund zur Sorge! Denn wir sind nämlich in Wahrheit dabei, einen riesigen Sprung nach vorn zu machen. Das gilt natürlich nur, wenn wir uns auf das Neue einlassen und es nicht weiter mit veralteten, industriellen Prinzipien vergewaltigen.

 

Schon vor 30 Jahren hat der amerikanische Soziologe Daniel Bell den Begriff von der "nachindustriellen Gesellschaft" geprägt. Im Prinzip hat er damit recht behalten, obwohl er damit lediglich beschrieben hat, was wir nicht mehr sind. Was wir stattdessen sind und nach welchen Regeln und Prinzipien die neue Wirtschaftsordnung funktioniert, das hat er uns indes nicht verraten.

 

Weil wir es nicht besser wussten, haben wir mit den alten Vorstellungen einfach weitergemacht. Mit Wettbewerb, mit expansivem Wachstum, mit Produktivität am Bedarf vorbei, mit dem Denken in Hierarchien und dem Fusionieren zu immer größeren Einheiten - letztlich mit dem verhängnisvollen Trend, alles zu globalisieren und zu beschleunigen. Jetzt, fast 35 Jahre nach dem Tod des Industriezeitalters, begreifen wir so langsam, daß die Märkte immer dichter werden, kaum noch einer die von uns geforderten Preise zahlt und die Müllberge durch unsere Wegwerf-Kultur immer höher werden.

 

Nie haben wir anders gedacht oder haben uns gefragt, ob das Neue nach neuen, eventuell sogar spiegelverkehrten Maximen funktionieren könnte. Und so befinden wir uns im Moment in einem Vakuum zwischen der zweiten und der dritten Wirtschaftsform, wo wir das hinter uns liegende Industriezeitalter nicht mehr und das vor uns liegende Wissenszeitalter noch nicht sind.

 

Gleichwohl wird bereits mehr als 70 Prozent der planetaren Wirtschaftsleistung in der neuen Wirtschaftsform erarbeitet und hat in den letzten drei Dekaden vor allem die Länder und Unternehmen nach vorn gebracht, die über keinen der klassischen Rohstoffe oder Bodenschätze verfügten und die stattdessen die neuen Produktionsfaktoren des Wissenszeitalters konsequent eingesetzt und kultiviert haben: Innovationskraft, Kreativität, Effizienz, Ideenreichtum und so weiter und so fort.

 

Den dringend geforderten Evolutionsschritt nach vorn (raus aus dem Vakuum) werden wir in dem Augenblick machen, in dem wir das Neue aufmerksam studieren und uns nicht länger gegen die neuen Prinzipien und Funktionsweisen wehren. Denn das Neue wird sich sowieso einen Weg suchen und im Zweifel auch ohne unser Zutun seine eigene Realität schaffen.

 

Was wird sich konkret verändern? Aus den großen, zentralisierten Dinosaurier-Unternehmen des Industriezeitalters werden im Wissenszeitalter kleine, dezentralisierte und vor allem sehr wendige und schlagkräftige "Task-Force-Unternehmen", die den Bedarf ihrer Zielgruppe ad hoc realisieren und die ihre Angebote und Produkte optimalerweise in Zusammenarbeit mit ihren Kunden gestalten.

 

Aus Produktivität am Markt vorbei wird Kreativität auf Nachfrage! Aus Wettbewerb wird Kooperation! Aus expansivem Wachstum wird intelligente Effizienz! Aus Ausbildung wird eine Kultur des persönlichen Wachstums und aus Hierarchieorganisationen werden teamgeführte Communities.

 

Und bezüglich unseres generellen Wirtschaftsverhaltens wird es immer weniger um den Austausch von Eigentum auf einem begrenzten Markt gehen, wo sich Verkäufer und Käufer für eine kurze, sehr begrenzte Zeit zum Abschluß eines Geschäftes treffen. Die Geschäftsbeziehungen der Zukunft werden zeitlich nicht mehr begrenzt sein, sondern ewig andauern und ständig erneuert.

 

Ebenso wird auch unsere industrielle Vorstellung von einem "Kauf- und Verkaufsmarkt" mit der damit verbundenen Grundphilosophie "Billig einkaufen und teuer verkaufen" schon in ein paar Jahren definitiv passé sein. Da sich die neue Wirtschaftsform mit zunehmendem Zeitablauf  mehr und mehr entmaterialisiert, werden die Produkte fast nichts mehr kosten und Service und Expertenwissen alles sein.

 

In der ultimativen Entwicklungsphase des Wissenszeitalters werden auch Ihre Kunden endlich für das bezahlen, was eine Firma wirklich einzigartig macht und von keinem anderen Unternehmen auf der Welt ein zweites Mal so angeboten wird. Kunden werden zahlen für den Zugang zu einem individuellen Netzwerk und für die Erlebniswelt, die ein Unternehmen hinter seinen Produkten aus der Taufe hebt.

 

Lesen Sie dieses Grußwort gerade als Einkäufer einer Firma, bedeutet das neue Denken zweierlei: Wo bekomme ich neben einem angemessenen Preis die tollste "Erlebniswelt" und das größte Interesse an der zu lösenden Aufgabe vor dem Hintergrund einer optimierten Kombination aus Erfahrung und Wissen!

 

Lesen Sie diesen Text als Betriebs-, Produktions- oder Instandhaltungsleiter, lauten die neuen Fragen: Wo bekomme ich das modernste und schnellste Verfahren, das Maschinenstillstand und Ausschuß minimiert, den Wert des Maschinenparks möglichst erhält, die Gesundheit und Motivation meiner Mitarbeiter fördert und wo vermeintliche Kosten in zusätzliche Wertschöpfung verwandelt werden können!?

 

Neugierig geworden? Dann lassen Sie uns darüber sprechen! Wir freuen uns über jeden Dialog mit modernen Unternehmen, die ebenso wie wir gerade den Sprung in eine neue, faszinierende Zukunft vollziehen.

 

Herzliche Grüße,

 

Ihr

 

Sascha Schindler