FAQs

 

1. Wie unterscheidet sich Trockeneisstrahlen von Sandstrahlen?

Sand schneidet oder meißelt die Verunreinigung weg, Trockeneis dagegen hebt sie an.

 

2. Was geschieht mit dem Trockeneis, wenn es auf eine Oberfläche trifft?

Trockeneis vergast (sublimiert) beim Aufprall auf feste Oberflächen schlagartig und wird wieder zu dem Atmosphärengas, aus dem es ursprünglich gewonnen wurde.

 

3. Was geschieht mit der Verunreinigung nach der Behandlung mit Trockeneis?

Weit verbreitet ist der Irrtum, daß die entfernten Verunreinigungen einfach verschwinden. Das ist nicht richtig. Jede Reinigung mit Trockeneis lässt die Schmutzschicht " örtlich umziehen". Will man zum Beispiel die Unterseite eines Fahrzeuges von Unterbodenschutz befreien, dann zieht der entfernte Unterbodenschutz durch die thermische und kinetische Energie der aufprallenden Trockeneispellets um; und zwar vom Unterboden auf den Boden, wo er dann mit Schaufel und Besen aufgekehrt und entsorgt werden kann.

 

4. Wird das zu reinigende Objekt durch das Trockeneis beschädigt?

Das ist grundsätzlich abhängig vom Objekt bzw. von der Beschaffenheit des Materials, das mit Trockeneis gereinigt werden soll. Man muß sich einfach vorstellen, daß es eine bestimmte Energieschwelle gibt, bei der die Schmutzlösung einsetzt und eine Energieschwelle, bei der eine Beschädigung auftritt. Ist die schmutzlösende Energieschwelle niedriger als die beschädigende Energieschwelle, dann wird die Reinigung erfolgreich. 

Verlassen Sie sich einfach auf unsere Praxiserfahrung. Im Zweifel hatten wir eine bestimmte Aufgabenstellung bereits auf dem Tisch und kennen die genauen Parameter, die an Druckluft, Abstand der Strahlpistole vom Objekt und Menge an Eis gestellt werden.

 

5. Kann Trockeneis auch bei heißen Oberflächen angewandt werden?

In der Regel ja! Erfahrungsgemäß funktioniert die Trockeneisreinigung bei betriebswarmen Oberflächen sogar besonders gut. Bei Wärme lassen sich Trockeneisreinigungen 3 bis 5 Mal schneller durchführen als im kalten Zustand. Das hat damit zu tun, daß viele Verunreinigungen bei Wärme eine schwächere Objekthaftung haben. Deshalb favorisieren wir die Durchführung der Trockeneisreinigung während des laufenden Produktionsbetriebes.

 

6. Wie sehr kühlt eine betriebswarme Oberfläche durch die Trockeneisreinigung ab?

Die Stärke der Abkühlung hängt von 3 Einflussfaktoren ab: Gewicht bzw. Masse des zu reinigenden Objekts, Strahldauer und verwendete Eismenge.

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Reifengußform hatte zu Strahlbeginn eine Temperatur von ca. 175 Grad Celsius. Während der Reinigung mit Trockeneis fiel die Temperatur auf ca. 160 Grad Celsius.

Bei einer sehr dünnen Gußform kann der Temperaturunterschied tatsächlich höher ausfallen. Daher ist die Abkühlung in den meisten Fällen zu vernachlässigen.

 

7. Kann eine heiße Gußform durch den Temperaturunterschied beschädigt werden?

Abermals ist die Masse der Gußform entscheidend. Große, schwere Formen werden in keinster Weise dadurch tangiert, weil der Temperaturunterschied im Vergleich zum Gewicht der Form zu klein ist. Bei kleinen Formen mit engen Toleranzgrenzen sollte immer eine Probe durchgeführt werden. Allein, um auszuschließen, daß ein Temperatursprung die Struktur der Gussform beschädigt.

 

8. Entsteht Kondens(-wasser) bei der Reinigung?

Wieder spielen Masse, Strahldauer und Eismenge eine entscheidende Rolle. Kondensat entsteht, wenn das Objekt unter den Taupunkt gekühlt wird (der Taupunkt ist vom lokalen Klima abhängig).  Bei der Reinigung von betriebswarmen Oberflächen oder Gussformen entsteht selten Kondensat, da die Oberfläche nicht unter den Taupunkt kommt.

 

9. Gibt es gutes und schlechtes Trockeneis?

Bei der Eisqualität ist die Eisdichte entscheidend. Je dichter das Trockeneis bei der Herstellung gepresst wurde, desto länger kann es auch effektiv genutzt werden. Anderenfalls zieht das Eis Feuchtigkeit und wird glasig. Glasiges Eis eignet sich dann nur noch bedingt für den Einsatz bei Reinigungen.

 

10. Wieviel Druck wird für eine effektive Reinigung benötigt?

Das ist erfahrungsgemäß abhängig von der eingesetzten Strahltechnik. Es gibt Strahlanlagen, die auf den üblichen Industriedruck ausgelegt sind und bereits mit einem geringen Volumenstrom von 4 bis 5 Kubikmetern pro Minute bei 6 bar Druck auskommen. Andere Strahlanlagen benötigen deutlich höhere Druckwerte für ein zufriedenstellendes Reinigungsergebnis.

 

11. Wieviel Trockeneis werde ich für mein Projekt benötigen?

In den Fällen, in denen Sie sich eine Strahlanlage mieten und und selbst strahlen wollen, werden Sie verständlicherweise auch Trockeneis einkaufen. Um den Einkauf mengen-mäßig zu kalkulieren, geben Sie bei der Bestellung idealerweise an, welche Verschmutzung Sie von welcher Oberfläche entfernen wollen, da dort die maßgeblichen Unterschiede liegen. In 90 Prozent aller Reinigungsaufgaben sind Sie mit einem Trockeneisverbrauch von 25 bis 40 Kilo pro Stunde auf der sicheren Seite. Rechnen Sie abschließend der so ermittelten Einkaufsmenge einen Sublimationsverlust von 10 Prozent hinzu. 

 

Quelle: Eisstrahler - Der Blog rund ums Trockeneisstrahlen